Wilmas Blog: Wie erfolgreiche Start-up Gründungen Einstellungschancen verschlechtern...
02. Juli 2022 by Wilma

Wie reagieren eigentlich Verantwortliche in der Personalgewinnung, wenn sich eine erfolgreiche Start-up Gründerin oder ein Gründer bewirbt? Dazu hat Wilma eine aktuelle Studie erschnüffelt.

Arbeitgeber betonen häufig in ihren Stellenanzeigen die Bedeutung von Innovation und Initiative (#Entrepreneurship). Bei der Einstellung von Personal bleiben sie jedoch mit der Bewertung von Gründungserfahrung hinter den eigenen Ansprüchen zurück: Ehemalige Gründer:innen, die eigentlich aufgrund ihrer Gründungserfahrung hochwertige Fähigkeiten signalisieren, sind benachteiligt, und zwar nicht nur weil das Start-up gescheitert ist. Das zeigt die heutige Studie in einem Feldexperiment. Es wurden Bewerbungen mit unterschiedlicher Gründungserfahrung nach dem Zufallsprinzip an 2.400 Arbeitgeber geschickt.

Das Resultat: Ehemalige Gründer:innen erhalten 43 % weniger Gesprächsanfragen als Nicht-Gründungserfahrene. Das zeigt sich insbesondere für ältere Organisationen und für ehemalige erfolgreiche Gründer:innen: Letztere erhielten 33 % weniger Rückrufe als ehemalige gescheiterte Gründer:innen. Die Ergebnisse machen deutlich, dass bei der Bewertung der Gründungserfahrung durch einstellende Arbeitgeber die hochwertigen Fähigkeiten, die mit einer Gründung zusammenhängen können, nicht zugunsten der Bewerbenden ausgelegt werden.

Über Wilma: Als deutsch-dänischer Bürohund ist Wilma am Crown Prince Frederik Center for Public Leadership an der Universität Aarhus tätig. Sie schaut als Beagle auf die Modernisierung des öffentlichen Sektors und schnüffelt regelmäßig durch aktuelle, wissenschaftliche Studien zu Personal, Innovation und Digitalisierung im öffentlichen Sektor. Das gibt es auch auf Twitter zu sehen.