Wilmas Blog: Wie unbesetzte Stellen der Organisationsleistung von Behörden schaden
05. Juni 2022 by Wilma

Unbesetzte Stellen im öffentlichen Dienst - Nützlich, um Steuergeld zu sparen oder schädlich für die Leistungsfähigkeit von Verwaltungen ? Dazu hat Wilma eine aktuelle Studie erschnüffelt.

Gerade Führungspositionen im öffentlichen Sektor erfordern einen umfangreichen Auswahlprozess, der häufig aufgrund der Beteiligung von politischen Gremien auch länger in Anspruch nehmen kann. So können längere Vakanzzeiten entstehen - und es wird zwar häufiger vermutet, dass solche Vakanzzeiten sich negativ auf die Leistung der Organisation auswirken können, allerdings war das bisher schwer zu messen. Die oben genannte Studie untersucht daher für den US-amerikanischen Kontext, inwiefern freie Stellen in der US-Verwaltung im Jahr 2020 mit der selbstberichteten Leistung der Behörden zusammenhängen.

Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass anhaltend unbesetzte Stellen mit einer geringeren Leistung zusammenhängen. Insbesondere Behörden mit mehrjährigen Vakanzen haben signifikant niedrigere Leistungsbewertungen als Behörden beständig tätigem Personal. Die Autoren sehen einen Gründe dafür unter anderem darin, dass der Fokus dann eher auf der kurzfristigen Erledigung von dringenden Dingen als der langfristigen Leistungsfähigkeit der Organisation liegt. Zudem gibt es Indizien dafür, dass die Arbeitsmoral in der Behörde sinkt. Die Autoren schließen in der Gesamtschau aus den Befunden, dass lange Vakanzen, insbesondere auf der Führungsebene von Behörden, deren Organisationsleistung schadet.

Über Wilma: Als deutsch-dänischer Bürohund ist Wilma am Crown Prince Frederik Center for Public Leadership an der Universität Aarhus tätig. Sie schaut als Beagle auf die Modernisierung des öffentlichen Sektors und schnüffelt regelmäßig durch aktuelle, wissenschaftliche Studien zu Personal, Innovation und Digitalisierung im öffentlichen Sektor. Das gibt es auch auf Twitter zu sehen.