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Wilmas Welt

Public Entrepreneurship | Machergeist für den Staat – Teil 3/3

Liebe Fans der gepflegten Beagle-Literatur,

wie versprochen kommt heute der dritte und letzte Teil zur Reihe über das Buch „We the Possibility“ von Mitchell Weiss. Es geht im Buch darum, wie wir mit „Public Entrepreneurship“, also einem Machergeist im öffentlichen Sektor, die dringenden Probleme unserer Zeit angehen können.

Die heutige Kernbotschaft 3/3: Ein öffentlicher Sektor, der Lösungen skalieren kann.

Autor Weiss beschreibt hier die Chancen einer neuen Denkweise, in der der Staat als Plattform fungiert. Das ist so ähnlich wie im Mittelalter. Eine Stadt stellt einen Marktplatz zur Verfügung und setzt dort gewisse Regeln und Standards. Dies ermöglicht es, dass Wirtschaft (z.B. Handelstände, Handwerk, etc.) und Zivilgesellschaft florieren können. Von den Einnahmen profiert dann wiederum auch die Steuerkasse.

Folgende Vorschläge gilt es daher zu beachten, so der Autor Mitchell Weiss:

  • Was die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung tun können:
    • Den Staat als Plattform (Marktplatz) aufbauen: Orte schaffen, an denen die öffentiche Hand als Bindeglied für Dritte fungiert, um (a) Innovationen zu schaffen und Dienstleistungen anzubieten und/oder (b) Informationen und Dienstleistungen auszutauschen.
    • Nutzen Sie Netzwerkeffekte, um Plattformen wachsen zu lassen: Positive Netzwerkeffekte maximieren – wenn jedes Mitglied die anderen besser stellt, ist eine Plattform erfolgreich.
    • Die „Henne oder das Ei“-Problematik bei der Gründung von Plattformen angehen. Versuchen Sie, zuerst einen Wert für eine Seite zu schaffen; subventionieren Sie eine oder beide Seiten; oder bringen Sie zwei Seiten gleichzeitig ins Spiel.
    • Nutzen Sie Daten gemeinsam, verwenden Sie Programmierschnittstellen (APIs) usw., um digitale Plattformen zu ermöglichen. Aber denken Sie nicht nur an Software. Nutzen Sie auch Hardware, Regeln (Gesetze) und Prozesse (Betriebspläne).
    • Werden Sie zum Talentmagnet für Menschen aus anderen Sektoren, z.B. aus der Privatwirtschaft, um sektorenübergreifende Karrieren zu ermöglichen. Das geht über zeitweise Arbeitsverhältnisse, Praktika und Austauschprogramme.
    • Denken Sie umfassend über Talente nach; schaffen und implementierern Sie eine Personalgewinnungsstrategie. Suchen Sie nach Personen mit großer Bescheidenheit.
  • Was die Bürger*innen tun können:
    • Staatlichen Plattformen werden attraktiv, wenn gesellschaftliche Zusatzangebote darüber kommunziert werden (z. B. News über aktuelle Aktivitäten der örtlichen Jugendsportvereine).
    • Achten Sie darauf, wem die Plattformen gehören: der Regierung oder der Wirtschaft. Behalten Sie in jedem Fall die demokratische Kontrolle bei über Plattformen auf dem Schirm.
    • Achten Sie auf den Schutz der Privatsphäre, die Gleichberechtigung, die Autonomie und die Bedrohung durch die Etablierung von Plattformen. Plattformen können in vielerlei Hinsicht scheitern und sie können Macht konzentrieren.
    • Für Govtech-Unternehmen: Die Bausteine des staatlichen Vergabrechts zu verstehen ist ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg.
    • Werden Sie tri-sektorale Macher:innen. Rotieren Sie in und aus dem öffentlichen Dienst in die Privatwirtschaft, Non-Profit Organisationen und andersrum. Lernen Sie die Unterschiede zwischen den einzelnen Sektoren kennen und erfahren Sie, wie sich Ideen in diesen Sektoren umsetzen lassen. Bauen Sie integrierte persönliche Netzwerke auf. Nutzen Sie diese Beziehungen und Ihre kontextbezogene Intelligenz mit Integrität.
  • Was wir alle tun können:
    • Mitarbeiten an der Lösung von Problemen auf der Ebene der Gesamtbevölkerung, z.B. in Hackathons oder Bürgerforen.

Also: Groß denken und groß machen!

Viele Sonntagsgrüße, eure Wilma

Über Wilma: Postdog Wilma arbeitet am Lehrstuhl für Public Management & Public Policy an der Zeppelin Universität. Sie schaut als Beagle auf die Modernisierung des öffentlichen Sektors und schnüffelt regelmäßig durch aktuelle, wissenschaftliche Studien zu Personal, Innovation und Digitalisierung im öffentlichen Sektor. Das gibt es auch auf Twitter zu sehen.