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Wilmas Welt

Wie sektorenübergreifende Zusammenarbeit gelingt

Für den heutigen Sonntag habe ich es mir als Postdog bequem gemacht. Gleichzeitig behandelt der Artikel die Frage, wie man aus der Komfortzone rauskommt. Ich schnüffelte heute durch das Journal „Public Administration Review„.

Der heutige Artikel gehört zu denen, die am meisten in Zitaten aufgeriffen wurden. Es geht darin um die Frage, wie schwierige soziale Herausforderungen gelöst werden können – und zwar durch die Zusammenarbeit zwischen öffentlichem, privaten, und gesellschaftlichem Sektor.

Basierend auf einer umfassenden Literaturarbeit stellt der Text 22 Vorschläge auf, wie diese komplexe Zusammenarbeit trotz unterschiedlicher Perspektiven gelingen kann. Denn Verwaltung tickt häufig anders als Wirtschaft, und beide ticken wieder anders als zivilgesellschaftliche Akteursgruppen. Hier also die Vorschläge – macht es euch gemütlich beim Lesen.

Eure Wilma

  1. Sektorübergreifende Kooperationen entstehen eher in einem turbulenten Umfeld. Häufig ist Wettbewerb ein wichtiger Faktor beim Entstehen und auch beim Überleben dieser Kooperationen.
  2. Verantwortliche aus Politik und Verwaltung probieren häufig dann sektorübergreifende Zusammenarbeit aus, wenn die getrennten Bemühungen verschiedener Sektoren zur Lösung eines öffentlichen Problems bereits gescheitert sind.
  3. Sektorenübergreifende Kooperationen haben mehr Aussicht auf Erfolg, wenn es verbindende Elemente gibt. Das kann eine einflussreiche Einzelperson oder ein gemeinsames Ziel zum Zeitpunkt der Gründung sein.
  4. Form und Inhalt der anfänglichen Vereinbarungen einer Zusammenarbeit sowie die Prozesse, die zu ihrer Formulierung verwendet werden, spielen eine wichtige Rolle.
  5. Sektorenübergreifende Kooperationen haben mehr Aussicht auf Erfolg, wenn sie engagierte Sponsor*innen und wirksame Fürsprecher*innen auf vielen Ebenen haben, die formell und informell die Führung übernehmen.
  6. Die Kooperationen haben mehr Aussicht auf Erfolg, wenn sie sowohl bei internen als auch bei externen Akteursgruppen das Gefühl erzeugen, dass diese übergreifende Form der Zusammenarbeit legitim ist.
  7. Erfolgskritisch sind auch regelmäßige, vertrauensbildende Maßnahmen (wie z. B. die Förderung des sektorübergreifenden und interkulturellen Verständnisses).
  8. Da es in Partnerschaften häufig zu Konflikten kommt, ist es nützlich, Ressourcen und Taktiken einzusetzen, um Machtverhältnisse auszugleichen und Konflikte effektiv zu bewältigen.
  9. Sektorenübergreifende Kooperationen haben eine höhere Erfolgswahrscheinlichkeit, wenn sie Planungsschritte beinhalten, die gemeinsam erarbeitet wird.
  10. Bei Planungen auf Analysen ist es vorteilhaft, die jeweiligen Interessengruppen einzubinden, um Vertrauen und die Fähigkeit zur Konfliktbewältigung aufzubauen.
  11. Die Struktur der Zusammenarbeit wird von Umweltfaktoren wie der Systemstabilität und dem strategischen Ziel der Zusammenarbeit beeinflusst.
  12. Die Struktur der Zusammenarbeit wird sich im Laufe der Zeit wahrscheinlich ändern, da die Mitgliedsrollen häufig nicht klar definiert sind.
  13. Die Struktur der Zusammenarbeit und die Art der durchgeführten Aufgaben beeinflussen wahrscheinlich die Gesamteffektivität einer Zusammenarbeit.
  14. Formelle und informelle Steuerungsmechanismen können die Effektivität der Zusammenarbeit beeinflussen.
  15. Bei Kooperationen, die komplexe Planungsaktivitäten beinhalten, wird wahrscheinlich am meisten und langwierig verhandelt.
  16. Erforderlich sind Ressourcen und Taktiken für den Umgang mit Machtungleichgewichten und unerwarteten „Schocks“.
  17. Konkurrierende institutionelle Logiken (Verwaltung denkt in Legalität, Wirtschaft in Effektivität, etc.) sind eine große Herausforderung.
  18. Sektorenübergreifende Kooperationen schaffen am ehesten dann einen gesellschaftlichen Mehrwert, wenn sie auf den Eigeninteressen von Einzelpersonen und Organisationen und den charakteristischen Stärken jedes Sektors aufbauen und gleichzeitig Wege finden, die charakteristischen Schwächen jedes Sektors zu minimieren, zu überwinden oder auszugleichen.
  19. Sektorenübergreifende Kooperationen schaffen am ehesten dann einen öffentlichen Wert, wenn sie zunächst kurzfristige Erfolge zeigen können und dann auch längerfristig und wiederholt Erfolge erzielen.
  20. Belastbarkeit (Resilienz) und regelmäßige Evaluationen sind nützlich.
  21. Es ist nützlich, wenn Inputs, Prozesse und Ergebnisse nachverfolgt und transparent gemacht werden. Dafür sollten Daten erhoben und ausgewertet werden, um auf der Basis von nachweislichen Ergebnissen starken Beziehungen zu wichtigen politischen und professionellen Interessengruppen aufzubauen.
  22. Eine zurückhaltend-optimistische Erwartungshaltung ist heilsam, denn sektorübergreifende Kooperationen tun sich häufig schwer, Erfolge zu erzielen.

Über Wilma: Postdog Wilma arbeitet am Lehrstuhl für Public Management & Public Policy an der Zeppelin Universität. Sie schaut als Beagle auf die Modernisierung des öffentlichen Sektors und schnüffelt regelmäßig durch aktuelle, wissenschaftliche Studien zu Personal, Innovation und Digitalisierung im öffentlichen Sektor. Das gibt es auch auf Twitter zu sehen.